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Babypflege und Hygiene

Babys kommen mit gesunder Haut zur Welt!
Bei der Geburt ist die Haut mit einer Art körpereigener Hautschutz-Creme - der so genannten Käseschmiere (Vernix caseosa) - bedeckt, die sehr positive Eigenschaften hat.

Sie schützt die Haut vor dem Austrocknen und vor Wärmeverlust, weil sie sehr fett ist. Außerdem kann sie Bakterien und Pilze abtöten und so Hautinfektionen vorbeugen. Sie sollten darauf achten, diese wertvolle Hautschutz-Creme nach der Geburt einzumassieren. Erst was nach 24 Stunden noch auf der Haut klebt, sollte mit einem milden öl entfernt werden.

Solche Reste setzen sich beispielsweise oft in den Achselhöhlen, in Falten am Hals oder in den Leistenbeugen und Kniekehlen fest. Sie können dann von Bakterien besiedelt werden.

Die Haut von Babys ist besonders empfindsam und pflegebedürftig, weil
* ihr Feuchtigkeitsgehalt höher ist
* die Schweißbildung (Kühlung) vermindert ist
* noch kein natürlicher Sonnenschutz durch Melanin vorhanden ist
* die Talgdrüsen kleiner sind und die Haut leichter gereizt reagiert (durch Speichel, Ausscheidungen)
* der hauteigene Säureschutzmantel noch nicht ausgereift ist (höhere Anfälligkeit von Infekten)

Weniger ist mehr!
Zuviel Reinigen und Eincremen kann die Entwicklung des natürlichen Säureschutzmantels stören, wodurch die Haut empfindlicher wird. Zur Pflege sollten auf jeden Fall Produkte mit hochwertigen natürlichen ölen und Fetten verwendet werden.

Bitte achten Sie darauf, dass die Produkte frei von Mineralöl (erkennbar an den Bezeichnungen Paraffinum Liquidum, Mineral Oil, Petrolatum) sind. Mineralöle sind minderwertige synthetische öl, die einen Film auf der Haut bilden. Die natürlichen Hautfunktionen werden blockiert und es entsteht ein Hitzestau. Manche Babys leiden darunter ganz besonders und protestieren mit lautstarkem Gebrüll gegen diese Art der Unbehaglichkeit - für Mamis ist es dann gar nicht so leicht, zu erkennen, warum das Baby nicht mehr zu schreien aufhört ...

Leider werden Mineralöle in Babyprodukten noch viel zu häufig eingesetzt (selbst in Produkten aus der Apotheke zu finden), weil sie billig sind.

Cremen Sie nur, wenn Sie merken, dass die Haut trocken wird bzw. der Popo rot ist. Im Winter braucht das Baby natürlich eine Gesichtscreme als Kälteschutz. Der öKO-TEST Ratgeber "Kleinkinder" oder das öKO-TEST Jahrbuch "Kleinkinder für 2004" bieten dazu hilfreiche Hinweise.

Das Angebot an duftenden Badezusätzen, parfümierten Lotionen und Feuchttüchern nimmt ganze Wände in den Drogeriemärkten ein. Erst wird der Haut des Babys im parfümierten Schaumbad die natürliche Schutzhülle abgewaschen, um anschließend wenigstens einen Teil davon mit pflegenden Cremes und Lotionen wieder zu ersetzen.

Achtung: Die meisten der angebotenen Babyprodukte enthalten Konservierungs- und Duftstoffe, wodurch Allergien ausgelöst werden können, die oft erst Jahre später akut werden.

Baden
Da selbst reines Leitungswasser austrocknend wirkt, wird heute grundsätzlich empfohlen, die Babys nur ein- bis zweimal pro Woche kurz zu baden und nicht mehr jeden Tag. Sie können dem Badewasser etwas Badeöl (naturrein und möglichst ohne Konservierungs- und Duftstoffe) oder einfach einen Schuss Mandel-, Macadamianuss- oder Sonnenblumenöl zugeben. Praktisch, denn: Danach brauchen Sie die Haut nicht mehr zusätzlich einzucremen.

Haare waschen
Die Haare Ihres Kindes waschen Sie am besten gegen Ende der Badezeit, damit es sich nicht erkältet. Bei Säuglingen genügt es, klares Wasser über die Haare laufen zu lassen. Wenn Sie ein Shampoo benutzen möchten, sollten Sie sich für ein babymildes Shampoo ohne chemische Zusätze entscheiden.

Babymassage
Für die entspannende Babymassage eignen sich als Basisöle Mandel-, Macadamianuss-, Jojoba- oder Calendulaöl. Wenn Sie möchten können Sie einen Tropfen reines ätherisches öl wie z.B. Rose, Vanille oder Honig dazugeben. Achten Sie dabei aber unbedingt auf absolut naturreine Qualität!

Morgens und abends: Katzenwäsche
Morgens und abends, sowie nach Bedarf, waschen Sie Ihr Baby mit einem frischen Waschlappen und lauwarmem Wasser. Beginnen Sie dabei beim Gesicht, waschen Sie dann vorsichtig Arme und Hände, anschließend die Beine und Füße. Für den Windelbereich benutzen Sie einen eigenen Waschlappen, den Sie unbedingt jeden Tag wechseln sollten. Im feuchten Waschlappen wachsen Keime und Bakterien schnell.

Sonne und Babyhaut
Im ersten Lebensjahr sollte die Haut des Babys gar keinem direkten Sonnenlicht ausgesetzt werden. Die Haut ist 10 mal dünner als die Erwachsener und noch nicht in der Lage, einen natürlichen Sonnenschutz über Pigmente aufzubauen. Dieser Vorgang wird erst langsam im Lauf des zweiten Lebensjahrs erreicht. Kleidung und Sonnenhut sind der beste Schutz gegen ein Zuviel an Sonnenbestrahlung.

Bei der Sonnencreme ist zu beachten, dass diese einen mineralischen Schutzfilter mit Titandioxid oder Zinkoxid enthält. Zu vermeiden sind Cremes mit chemischem Sonnenschutzfilter, also mit Oxybenzon, Benzophenone, Octyl Methoxy Cinnamate. Diese können Allergien auslösen, sind in Verbindung mit UV-Licht giftig und haben hormonähnliche Wirkung!

Wichtig im Hochsommer: Zwischen 11:00 und 15:00 Uhr sollte das Baby im Haus bleiben. Auch im Schatten ist die UV-A und UV-B Strahlung noch hoch genug!

Autorin: Petra Maria Jandrisovits, Ringana Kundenbetreuerin